Meisterschule zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Büchsenmacherhandwerk

Allgemeines

Die Gewerbliche Schule Ehingen bietet bei hinreichender Nachfrage eine Meisterschule zur Vorbereitung auf die Meisterprüfung im Büchsenmacherhandwerk an. Inhalt des Kurses sind die fachspezifischen Teile I und II im praktischen und fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung. Die Teile III und IV können bei den Örtlichen Handwerkskammern zeitlich unabhängig vom Ehinger Meisterkurs erworben werden. Die Schule arbeitet eng mit der Handwerkskammer Ulm und der Innung des Bchsenmacherhandwerks zusammen. Der Lehrgang ist völlig unabhängig von der Prüfung, die vor dem Prüfungsausschuss einer Handwerkskammer abgelegt wird. Dem Lehrgangsteilnehmer steht es frei, die Prüfung bei der für seinen Heimatort zuständigen Kammer oder bei der Handwerkskammer Ulm abzulegen. In der Regel legen die Meisterschüler die Prüfung vor der Prüfungskommission der Handwerkskammer Ulm ab und fertigen das Meisterstück in den Werkstätten der Schule. Nicht jeder Büchsenmacher hat im beruflichen Alltag ausreichend Gelegenheit, die handwerklichen Fertigkeiten zu erhalten oder zu erweitern, die er während der Ausbildung erworben hat. Für diese Gruppe ist der Lehrgang besonders interessant. Unter Anleitung erfahrener Fachlehrer und Büchsenmachermeister können Fähigkeiten, die zum Herstellen einer modernen Jagdwaffe erforderlich sind, erworben bzw. erweitert werden.

Aufnahmevoraussetzungen

Aufgenommen werden Schüler und Schülerinnen, die die Voraussetzungen für die Zulassung zur Meisterprüfung erfüllen. Außer gelernte Büchsenmachergesellen können auch Personen aus anderen metallverarbeitenden Berufen aufgenommen werden. Einschlägige Grundkenntnisse sollten jedoch vorhanden sein. Über die Zulassung entscheidet der Prüfungsausschuss der Handwerkskammer Ulm. Bei Gesellen aus artverwandten Berufen ist eine vorherige Rücksprache mit der HWK unbedingt erforderlich. Die Zulassungsbescheinigung kann nach Unterrichtsbeginn nachgereicht werden.

Meisterprüfung

Der Zulassungsantrag ist bei der Kammer zu stellen, bei der die Prüfung abgelegt werden soll. Alle Fragen, die mit der Zulassung und der Prüfung zusammenhängen, sind zweckmäßigerweise an die Kammer zu richten, bei der die Prüfung abgelegt werden soll.

Zulassung und Prüfungsanforderungen regeln

  • Handwerksordnung
  • Verordnung über das Berufsbild und über die Prüfungsanforderungen im praktischen und fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung für das Büchsenmacherhandwerk vom 01.10.1981.
  • Verordnung über gemeinsame Anforderungen in der Meisterprüfung im Handwerk vom 12.12.1972.

Die Aufnahme in die Schule begründet keinen Anspruch auf die Zulassung zur Meisterprüfung.

Lehrgangsdauer

Die Schule dauert ca. 6 Monate bei wöchentlich 38 Unterrichtsstunden (je 45 Minuten). Während der Schulferien in Baden-Württemberg ist auch für die Meisterschule unterrichtsfrei.

Unterbringung

Die Unterbringung auswärtiger Teilnehmer ist möglich. Die Schule ist bei der Quartierbeschaffung gerne behilflich.

Lehrgangskosten

  • Schulgeld: ca. 440,- € für den Vorbereitungskurs
  • Lernmittel: ca. 200,- €
  • Waffengestecke: Es werden zwei Drillinge (ein Übungsstück und ein Meisterstück) gefertigt. Die Preise sind von der gewählten Ausführung der Gesteckteile abhängig.

Prüfungsgebühren

Laut Mitteilung der HWK Ulm:
Diese Gebühren sind nur bedingt verbindlich, da hierfür die Handwerkskammer Ulm zuständig ist.

  • Teil I ca. 300,- €
  • Teil II ca. 300,- €
  • Die Nebenekosten betragen 200,- €

Behilfen

Die Meisterschüler werden vom Arbeitsamt finanziell gefördert, soweit die persönlichen Voraussetzungen vorliegen. Auskunft erteilt das Arbeitsamt, das für Ihren Wohnort zuständig ist.

Krankenversicherung

Entfallen während der Schulzeit die Arbeitsbezüge, so hat der Betrieb den Kursteilnehmer bei der Ortskrankenkasse bzw. Ersatzkasse zum Ende der betrieblichen Tätigkeit als Pflichtmitglied abzumelden. Spätestens 3 Wochen nach diesem Termin kann sich der Teilnehmer bei seiner Krankenkasse zur freiwilligen Weiterversicherung anmelden. Die Eingruppierung erfolgt zur Mindeststufe einer Tätigkeit ohne Entgelt (§ 13 RVO ).

Lerninhalte

Die Lerninhalte berücksichtigen die Verordnung über das Berufsbild und über die Prüfungsanforderungen im praktischen und im fachtheoretischen Teil der Meisterprüfung für das Büchsenmacherhandwerk. (Bundesgesetzblatt Teil I, Nr. 44 vom 13. Oktober 1981)

14 Stunden pro Woche: Vorbereitung zur praktischen Prüfung (Teil I)

  • Mechanische Arbeiten (Metall/Holz)
  • Fügeverfahren
  • Oberflächengestaltung und -behandlung
  • Werkzeugmaschinen
  • Einstellen und Einschießen von Waffen
  • Messtechnische Übungen von Waffen
  • Arbeiten an Zusatzeinrichtungen von Waffen und ihre Montage
  • Reparatur und Wartung von Waffen
  • Herstellung einer Kipplaufwaffe

24 Stunden pro Woche: Vorbereitung zur Prüfung der fachtheoretischen Kenntnisse (Teil II)

  • Technische Mathematik
  • Waffenkunde mit Physik, Ballistik und Optik
  • Arbeitskunde und Fertigungstechnik
  • Werkstoffkunde mit Chemie
  • Fachzeichnen, Konstruktion und CAD
  • Waffenrecht
  • Arbeitswissenschaft und Betriebseinrichtungen
  • Qualitätsmanagement

Nächster Kurs: 

Dezember 2020

Anmeldung

Über die Aufnahme als Lehrgangsteilnehmer ergeht ein schriftlicher Bescheid. Die Schule behält sich ein Ausleseverfahren vor.