Im Bereich der Holztechnik werden in der Berufsfachschule sowie in der Berufsschule Schüler und Schülerinnen in den Berufen Schreiner und Holzmechaniker unterrichtet und wir wollen ihnen mit den nachfolgenden Informationen einen Einblick in die Ausbildung geben.

Ausbildung

  • 1. Jahr: Einjährige Berufsfachschule Holztechnik (Vollzeitschule)
  • 2. und 3. Jahr: Berufsschule (Teilzeit im Blockunterricht)

Einjährige Berufsfachschule

Die einjährige Berufsfachschule Holztechnik vermittelt als Vollzeitschule die Grundlagen in Theorie und Fachpraxis im Berufsfeld Holztechnik und fördert die Allgemeinbildung. Im Mittelpunkt steht die handwerkliche Ausbildung in der Schulwerkstatt mit ca. 20 Wochenstunden. Ein begleitendes Betriebspraktikum gibt Einblicke in die Arbeitswelt des Schreiners, Holzmechanikers oder verwandter Berufe. Nach erfolgreichem Abschluss kann die einjährige Berufsfachschule als 1. Ausbildungsjahr angerechnet werden.

Unterrichtsfächer

Lernfeld Berufstheorie (LBT)

Die einjährige Berufsfachschule als Vollzeitschule vermittelt im Fach LBT die Grundlagen im Berufsfeld Holztechnik. Dabei wird mit praxisbezogenen Aufgabenstellungen (Kundenaufträgen) der Bezug zur Berufswelt vermittelt. Eigenständiges und teamorientiertes Lösen von Problemstellungen wird hierbei gefördert. Der Unterricht ist in vier Lernfelder gegliedert. Attraktive und abwechslungsreiche Unterrichtsmethoden stärken die Projektkompetenzen der Schüler.

  • Lernfeld 1: Einfache Produkte aus Holz herstellen
  • Lernfeld 2: Zusammengesetzte Produkte aus Holz und Holzwerkstoffen herstellen
  • Lernfeld 3: Produkte aus unterschiedlichen Werkstoffen herstellen
  • Lernfeld 4: Kleinmöbel herstellen

Lernfeld Berufstheorie Werkstatt (LBTW)

Im Fach LBTW werden in Abstimmung mit den Fächern LBT und LBP hauptsächlich Versuche mit unterschiedlichen Werkstoffen und Verfahrenstechniken gemacht. Hier soll der Auszubildende die Unterschiede verschiedener Werkstoffe erkennen und mit den richtigen Verfahrenstechniken den jeweiligen Werkstoff bearbeiten können.

Lernfeld Berufspraxis (LBP)

Die einjährige Berufsfachschule Holz vermittelt im Fach LBP die Grundlagen der Holzbearbeitung. Aufgebaut in vier Lernfeldern werden unter Abstimmung mit den Fächern LBTW und LBT Kundenaufträge geplant und durchgeführt. Vom Lernfeld 1 der einfachen Massivholzbearbeitung an kleinen überschaubaren Aufträgen (z.B. Vesperbrett), bis zum Lernfeld 4 einem Kleinmöbel aus verschiedenen Werkstoffen, werden die Auszubildenden auf die Fachstufe 1 und 2 (entsprechen dem 2. und 3. Ausbildungsjahr) in verschiedenen Berufen (z.B. Schreiner, Holzmechaniker) vorbereitet. Somit erhalten die Auszubildenden einen Einblick auf die ganze Breite der Holztechnik. Dies ist notwendig, da sich viele Betriebe mittlerweile auf die Herstellung einzelner Produkte (Innenausbau, Ladenbau, Industrie) spezialisiert haben und somit den Auszubildenden keinen Einblick in die gesamte Holzwelt geben können.

Allgemeinbildender Bereiche

Deutsch, Wirtschaftskompetenz, Gemeinschaftskunde

Durch Wiederholung, Vertiefung, Anwendung und Realitätsbezug erkennen die Schüler die Bedeutung dieser Fächerinhalte für ihr Privatleben und ihre Ausbildung. Das situationsgerechte Kommunizieren in beruflichem und privatem Bereich wird geübt. So werden die Schüler befähigt, selbständig und eigenverantwortlich mit wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Entwicklungen umzugehen.

Religion

Mit und in der kritischen Auseinandersetzung und Positionierung zu anderen Weltanschauungen, Religionen und Werten lernen die Schüler eine eigene Haltung zu entwickeln und zu vertreten.

CAD-CNC Technik

Das Wahlpflichtfach CAD-CNC Technik erweitert die praktischen und theoretischen Kenntnisse. Die Zusatzqualifikation CAD-CNC Fachkraft können interessierte Schüler über eine Zusatzprüfung am Ende der Ausbildung erlangen.

Unterricht im 2. und 3. Jahr

Berufsschule (Teilzeit im Blockunterricht)

Nach erfolgreichem Abschluss der Berufsfachschule wird in der Fachstufe I und II die Ausbildung dual in der Berufsschule und im Betrieb fortgesetzt. Der Unterricht erfolgt in Blockform, wobei 12 Unterrichtswochen gleichmäßig auf ein Schuljahr verteilt sind. Am Ende des zweiten Ausbildungsjahres ist eine Zwischenprüfung bei den Kammern abzulegen. Die Ausbildung endet mit einer landeseinheitlichen Abschlussprüfung im theoretischen und praktischen Bereich.

Übrigens

Schreiner und Tischler machen exakt dasselbe. In Süddeutschland ist der Begriff des Schreiners gebräuchlich. Im Norden wird eher die Bezeichnung Tischler verwendet.