Studienfahrten des TG




Klassenfahrt in eine ganz andere Welt     Barbara Körner 10.06.2016

Zwölfte Klasse des Technischen Gymnasiums radelt durch das Karpatenbecken

Die Klassenfahrt nach Rumänien der Jahrgangsstufe 12 vom Technischen Gymnasium hat einen festen Platz im Schulleben. Wie jedes Jahr haben 25 Schüler gespendete Fahrräder auf Vordermann gebracht, um sie in Rumänien an verschiedene Empfänger weiterzugeben. Doch vorher haben die Jugendlichen, um Land und Leute besser kennenzulernen, mit diesen Rädern eine Rundfahrt durch das Karpatenbecken gemacht, und nun ihre Eltern zu einer Bildpräsentation eingeladen.

Nach Sibiu, früher Herrmannstadt, fuhren die Schüler mit einem Bus für rumänische Saisonarbeiter, die Räder waren da noch im Anhänger. „Wir haben darauf geachtet, dass es einheitliche Räder waren, damit wir auch einheitliche Ersatzteile mitnehmen konnten, aber außer einem Tretlager ging eigentlich nichts Wesentliches kaputt“, berichtete Organisator Hartmut Metzger bei der Präsentation.

In Sibiu hat die Gruppe im Deutschen Gymnasium übernachtet und in einer Kantine gegessen, ansonsten war die Gruppe unterwegs meist Selbstversorger. Da schmeckte dann auch mal ein Kohlkopf mit Essig beträufelt als Ersatz für Salat. Anstatt in Betten schlief man auf Isomatten auf dem Boden und vom Komfort der häuslichen Badezimmer hatten sie sich während dieser Reise sowieso verabschiedet. Duschen wurden mit Brunnenwasser und einer Tüte im Garten improvisiert, die Unterkünfte – meist in verlassenen Pfarrhäusern – waren mehr als spartanisch, genügten den Jungens aber vollauf. Touristen gab es außer ihnen keine, überall wurden sie von der rumänischen Bevölkerung sehr freundlich aufgenommen.

Hauptsächlich durch Weideland ist die Klasse gefahren, Äcker wie in hiesigen Gefilden hätten sie keine gesehen und die Wege wären immer schlechter geworden, berichteten sie. Um zu einer Berghütte in den Karpaten zu gelangen, ging es nur zu Fuß weiter. Die Räder und das meiste Gepäck wurden sorgfältig versteckt, durch Schneefelder ging es Anfang Mai weiter auf die Hütte zum Übernachten. „Am nächsten Morgen sind wir um sieben Uhr früh losgelaufen, kamen um 18 Uhr bei unseren Rädern an und hatten noch 80 Kilometer zu fahren“, erzählten die Jugendlichen im Wechsel. Da ihnen eine Hängebrücke, bei der etliche Bretter fehlten, suspekt war, mussten sie einen Umweg machen und waren um vier Uhr morgens endlich im Quartier. Der nächste Tag war dafür zum Ausruhen.


Beim Tanzen mitgemacht

Ein Besuch in der Deutschen Abteilung einer Schule war ein grandioser Erfolg, die 18-Jährigen machten tapfer bei einem Volkstanz mit den Kindern mit, ihre Mütter lachten beim Zuschauen Tränen. Und um sich vor den Kindern, die mit deutschen Volksliedern besser vertraut sind als sie, nicht zu blamieren, hatten sie vorher „Hoch auf dem gelben Wagen einstudiert“.

Gelobt haben Metzger und seine Kollegen Alexander Reinholz und Harald Renner den Umgang der Jungen mit Alkohol, der in Rumänien reichlich und preiswert zu haben war. „Voraussetzung war, am nächsten Morgen musste man fit sein“, sagte Metzger. Auch bei der Besichtigung eines Speckturms mit Speckfrühstück und Schnaps zeigten die Zwölftklässler Disziplin.



 

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