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Exkursionen / Studienreisen



Studienfahrt nach Italien Die Abschlussklasse 2012 der Technikerschule an der Gewerblichen Schule Ehingen unternahm vom 22. Mai bis zum 27. Mai 2011 eine Studienreise nach Italien, um dort ihre im Unterricht besprochenen Produktionsverfahren in der Praxis zu sehen. Zudem war das Interesse groß, zu sehen, wie die italienischen Mitbewerber aus der Kunststoffbranche gewisse Produktionstechniken anwenden.

Die Anfahrt erfolgte am Sonntag über Innsbruck und den Brenner weiter nach Bozen und zum Zwischenziel Montan.

Am Montag besuchten wir die Firmen Palbox und Finstral. Bei Palbox werden große Boxen aus Kunststoff hergestellt, welche hauptsächlich für den Obst-Anbau und dessen Lagerung genutzt werden. Für derartige Behältnisse müssen Maschinen mit einer Schließkraft von bis zu 5000 Tonnen verwendet werden. Unser zweiter Besichtigungstermin war bei der Firma Finstral. Ein Fensterwerk, welches für seine erstaunliche Fertigungstiefe bekannt ist. Diese Firma extrudiert in erster Linie Fenster- und Türrahmen. Diese werden auch in der Firma zu fertigen Fenstern und Türen verarbeitet.

Am Nachmittag führte uns die weitere Fahrt an unser eigentliches Ziel namens Oderzo, nahe Venedig.

Am folgenden Tag besuchten wir vormittags die Firma Moretto nahe Padova. Sie ist als Peripherie-Hersteller in der Kunststoffbranche bekannt. Dort werden zum Beispiel Granulatförderanlagen, Granulattrockner und Werkzeug-Temperiergeräte hergestellt.

Nachmittags konnten wir die Fertigung der Firma PMP besichtigen. Dort werden meist kleine Hohlkörper zum Einen durch das Extrusionsblasformen und zum Anderen durch das Spritzblasen hergestellt. Diese Hohlkörper werden im Pharma- und Kosmetiksektor verwendet. Anschließend konnten wir ein abendliches Bad in der nicht weit davon entfernten Adria nehmen.

Am Mittwoch besichtigten wir die Firma Sole in Oderzo. Da unser Lehrer und Organisator der Fahrt Herr Ralf Winkow in dieser Firma bereits 2 Jahre als Projektingeneur arbeitete, konnte er uns zusammen mit unserem Führer durch die Firma über die verschiedenen Produktionstechniken der Firma aufklären. Unter anderem wurde uns das sehr interessante Cubic-Verfahren genau erklärt. Sole ist ein, auch in Deutschland, angesehener Automobil-Zulieferer.

Aufgrund kurzfristiger organisatorischer Änderungen konnte am Nachmittag Venedig besichtigt werden. Hier wurden die obligatorischen Touristenplätze wie zum Beispiel der Markusplatz, Rialto- und Seufzer-Brücke und der Canale Grande besichtigt.

Donnerstags besuchten wir die Firma Flextronics bei Oderzo. Dieser Werkzeugbau hat sich auf Fahrzeugbeleuchtungen spezialisiert. Die Firma ist auch für ihre kurzen Durchlaufzeiten bekannt.

An diesem Nachmittag besichtigten wir noch die Firma RS-Meccanica. Diese Firma hat sich auf die Konstruktion und den Bau von Werkzeugen für Spritzgießen, Thermoformen, Hinterspritzen und PU-Schäumen spezialisiert. Diese Firma stellt hauptsächlich große Formen mit einem Werkzeug-Gewicht von bis zu 25 Tonnen her. Da die meisten Schüler bisher nur kleinere Formen gesehen haben, waren diese Dimensionen für uns sehr beeindruckend. Zudem können in dieser Firma Tieflöcher von bis zu 4 Metern gebohrt werden. Des Weiteren ist die Firma im Besitz einer sehr großen Fräsmaschine mit einem Bearbeitungsraum mit den Ausmaßen von 6x3x3m.

Am Freitag besuchten wir zuletzt die Firma Inglass. Die Firma stellt zum Einen Heißkanäle und zum Anderen Spritzguss-Werkzeuge im Bereich KFZ-Beleuchtungen her. Des Weiteren entwickelt werden in der Firma KFZ-Verglasungen entwickelt. Im Beleuchtungs-Sektor befindet sich die Firma auf dem Weltmarkt auf dem zweiten Platz.

Neben den sehr umfangreichen Besichtigungen und dem äußerst straffen Zeitplan können die Schüler auf tolle Erfahrungen fachlicher Art zurück blicken. Wir bekamen einen Eindruck von den verschiedenen Technologien und vom Know-how, welches in der Gegend vorhanden ist. Die Arbeitslosenrate in der Gegend um Oderzo beträgt etwa 3%, was einer Vollbeschäftigung gleich kommt. Außerdem sind die Mitarbeiter in den Firmen sehr flexibel. Hier werden die Mitarbeiter bei entsprechender Auftragslage ohne Weiteres auch samstags eingesetzt. In einigen Firmen wurde uns angeboten, dass wir uns gerne in den jeweiligen deutschen Werken vorstellen dürfen, falls wir an einem Job interessiert sind.

Abschließend bleibt zu sagen, dass diese Art von Studienreise definitiv beibehalten werden sollte, damit auch kommende Jahrgänge diese beeindruckende Gegend mit ihren vielen Firmen aus der Kunststoff-Branche erleben dürfen. Die Reise wurde weitgehend durch Spenden aus der Industrie finanziert.

 

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