Presseberichte - 2015




TG 12 & 13 besucht Lycée Gustave Eiffel in Tallange    April 2015

"Vous êtes très gentille" - Redewendungen, Höflichkeiten bis hin zur flüssigen Sprache - in den drei Tagen der Frankreichfahrt konnten die Schüler der Klassenstufe 12 und 13 des Technischen Gymnasiums Ehingen ihre Französischkenntnisse im "richtigen Leben" anwenden.



Vom 26. bis zum 28. April besuchten 29 Schüler der Gewerblichen Schule Ehingen die Partnerschule "Lycée Gustave Eiffel" in Tallange bei Metz in Lothringen.

Neben dem Kennenlernen ihrer französischen Schulkameraden und dem Staunen über die Unterschiede im Schulsystem sowie im Schul- und Internatsleben unserer französischen Nachbarn gab es zahlreiche Gelegenheiten praktische Landeskunde zu erfahren.

Bereits bei der Anreise bekamen die Schüler bei einem Zwischenstopp im Weltkulturerbe Völklinger Hütte http://www.voelklinger-huette.org/ - einem stillgelegten Eisenwerk im Saarland - Einblick in die Eisenerzeugung wie sie bis in die achtziger Jahre des letzten Jahrhunderts betrieben wurde.

Regis Laheurte, der gastgebende Kollege aus Tallange beeindruckte seine Gäste am Montag bei einem Rundgang durch die Schule, als er die Schüler durch die riesigen Werkräume führte. Da in Frankreich die berufliche Ausbildung vollschulisch stattfindet, werden sämtliche praktische Fertigkeiten in der Schule gelehrt.

Den Rest des Schultages verbrachten die Schüler in den Klassen gemeinsam mit ihren Schulkollegen aus Frankreich. Nachmittags trafen sich die Schüler zu einem sportlichen Wettbewerb, bei dem beide Seiten hart um den Sieg kämpften.

Dienstagvormittags war ein weiteres Mal Unterricht auf dem Programm bevor die Schüler eine lothringische Eisenerzmine besichtigten. Es war faszinierend zu sehen, wie sich in weniger als einem Jahrhundert die Abbautechniken mit primitivsten Handwerksgeräten zu einer hoch technisierten Eisenerzgewinnung wandelten. Erstmals 1898 geöffnet, musste die Mine jedoch schon während der frühen Nachkriegsjahre wieder aufgegeben werden. Durch die Globalisierung und die Verfügbarkeit von Erzen mit einem weitaus höheren Eisengehalt in Ländern wie Schweden oder Brasilien wurde die Mine wie viele andere in der Region unrentabel, was zu den typischen wirtschaftlichen Schwierigkeiten altindustrialisierter Gebiete führte.

So gewannen die Schüler während ihres kurzen Aufenthaltes in Lothringen nicht nur einen Einblick in die Mentalität und Sprache ihrer Nachbarn, sondern erkannten auch die ähnlichen wirtschaftlichen Bedingungen, die die Regionen beiderseits der Grenze prägten. Auch ein Blick in die jüngere Geschichte zeigte auffällige Parallelen: So wechselten sowohl Lothringen als auch das Saarland mehrmals ihre Zugehörigkeit zu den beiden Nachbarstaaten Deutschland und Frankreich.

Auf der Rückfahrt konfrontierten sich die Schüler beim Besuch der deutschen Kriegsgräberstätte in Andilly http://www.volksbund.de/kriegsgraeberstaette/andilly.html mit den Folgen eines jeden Krieges: Unzählige Kreuze der Opfer. Nachdenklich bemerkten die Schüler die Geburts- und Sterbedaten der Opfer, von denen viele im gleichen Alter wie sie selbst waren.

Überwunden scheinen diese alten Feindschaften längst. Für eine weitere Vertiefung der deutsch-französischen Freundschaft strebt die Gewerbliche Schule Ehingen zukünftige weitere Schüleraustausche an. So überbrachte Studiendirektor Ulrich Schnell eine Einladung an den dortigen Schulleiter für einen Gegenbesuch im Herbst dieses Jahres zur 160-Jahr-Feier der GBS-Ehingen.

Text und Bild: Gewerbliche Schule Ehingen

 

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